Grundschule Weststadt Ravensburg – März 2026
Es gibt Abende, die sich ins Gedächtnis brennen. Nicht weil etwas Außergewöhnliches schiefgelaufen ist – sondern weil alles so wunderbar richtig war. Die Vorlesenacht 2026 an der Grundschule Weststadt Ravensburg war genau so ein Abend.
Und ja: Im Vorfeld war die Anspannung spürbar. Wer steckt schon Dutzende Kinder bis tief in die Nacht zusammen, organisiert Lesungen, Fackelwanderungen, Übernachtung und Frühstück – und hofft dabei, dass alles klappt? Die Helfer:innen wussten: Dieses Event ist groß. Dieses Event ist besonders. Und dieses Event muss sitzen.
Es saß.
📋 Die Wochen davor: Planung, Nervosität und jede Menge Herzblut
Hinter einer gelungenen Veranstaltung stecken immer viele unsichtbare Stunden. Checklisten, die akribisch abgehakt wurden. Gespräche, wer welche Gruppe übernimmt. Einkaufslisten für Wurstwecken und Punsch. Probeläufe in der Aula. Und mittendrin: das leise Kribbeln im Bauch – wird alles klappen?
Die Antwort kam am Abend selbst, und sie konnte nicht eindeutiger sein: Ja. Alles klappte. Und wie.
Keine großen Vorfälle, keine Pannen, keine schlafenden Kinder, die nicht schlafen sollten, und keine wachen, die eigentlich schon längst träumen wollten – nun ja, fast. 😄 Die Nacht verlief von Anfang bis Ende so reibungslos, dass selbst die erfahrensten Helfer:innen hinterher anerkennend nickten.
🎉 Der Abend beginnt: Aufregung liegt in der Luft
Als die ersten Kinder mit strahlenden Augen und prall gefüllten Schlafsäcken an der Schule ankamen, war die Aufregung mit Händen zu greifen. Für viele war es das erste Mal: die erste Nacht ohne Eltern, die erste Begegnung mit einer echten Autorin, das erste Mal eine Fackel durch die Dunkelheit tragen.
Die Betreuer:innen empfingen die Kinder herzlich, wiesen sie ihren Gruppen zu und sorgten von der ersten Minute an für das Gefühl: Hier bist du richtig. Hier passiert heute etwas Besonderes.
Die Schule hatte sich verwandelt. Was sonst Unterrichtsräume und Flure waren, wurde zu einer Bühne für Geschichten.
📖 Anna Ludwig – eine Autorin, die begeistert
Der absolute Mittelpunkt des Abends war zweifellos Anna Ludwig. Die Autorin reiste eigens für diese Nacht an – und man spürte sofort: Sie ist nicht einfach gekommen, um ihre Pflicht zu erfüllen. Sie war dabei. Mit vollem Herzen.

Begleitet wurde sie von Marc Hasselbach und Simone Fischer, die gemeinsam mit ihr für eine Atmosphäre sorgten, die Kinder nicht mehr loslässt. Die Lesungen waren liebevoll nach Klassenstufen gestaffelt und jede einzelne war ein Erlebnis für sich:
🟡 18:30 – 19:30 Uhr: Die Zweitklässler eröffnen den Abend
Die Jüngsten durften den Reigen eröffnen – und das taten sie mit einer Energie, die kaum zu bremsen war. Große Augen, offene Münder, gelegentlich ein unterdrücktes Kichern: Anna Ludwig hatte die Kleinen vom ersten Satz an in der Hand. In der Aula war es so still, dass man eine Nadel hätte fallen hören.
🟠 19:35 – 20:35 Uhr: Die Drittklässler tauchen tief ein
Ein bisschen älter, ein bisschen cooler – aber innerlich genauso aufgeregt. Die Drittklässler hörten zu, als würde jedes Wort direkt für sie geschrieben. Zwischendurch gab es Lacher, kurzes Raunen, und manchmal diesen ganz besonderen Moment: wenn ein Saal voller Kinder gleichzeitig die Luft anhält.
🔴 20:45 – 21:45 Uhr: Die Viertklässler zum krönenden Abschluss
Die Ältesten durften am längsten wach bleiben – und das wussten sie zu schätzen. Ein bisschen selbstbewusster im Auftreten, aber bei den ersten Zeilen der Geschichte genauso verzaubert wie die anderen. Für viele von ihnen war es wohl die letzte Vorlesenacht an dieser Schule. Ein Abschluss, der bleibt.
🔦 Fackeln, Nacht und das Abenteuer draußen
Nach den Lesungen war die Nacht noch lange nicht vorbei. Im Gegenteil: Für die 2. und 3. Klasse begann jetzt das Abenteuer erst richtig.
Die Nachtwanderung mit Fackeln war für viele Kinder der emotionale Höhepunkt des Abends. Im Schein der flackernden Flammen, unter dem dunklen Abendhimmel, zogen die Gruppen durch das Schulgelände – geführt von geduldigen Betreuer:innen, die gleichzeitig aufpassten, ermunterten und selbst ein wenig leuchteten vor Freude über diese besondere Situation.
Kinder, die sonst im Dunkeln nicht alleine auf die Toilette gehen, liefen hier mutig mit der Fackel voran. Gemeinschaft macht mutig. Das war in diesen Momenten körperlich spürbar.
Und das Beste: Keine einzige größere Panne. Kein umgeworfenes Getränk, kein Fackelmalheur, kein verlorenes Kind. Alles lief genau so, wie man es sich in den besten Träumen ausmalt.
🌭 Wurstwecken, Punsch & das große Aufessen
Nach dem Abenteuer unter freiem Himmel war der Hunger groß – und die Küche hatte vorgesorgt. Wurstwecken und heißer Punsch warteten auf die Abenteurer, und was dann folgte, kann man getrost als kulinarisches Highlight bezeichnen:
Es wurde alles aufgegessen. Restlos. Vollständig. Lückenlos.
Kein einzelner Wurstwecken überlebte den Abend. Der Punsch verschwand bis auf den letzten Tropfen. Selten war leeres Geschirr ein so deutliches Zeichen des Erfolgs. Wer nach einem langen, aufregenden Abend noch so zugreift, der hat sich wohlgefühlt. Punkt.
🌌 Die Nacht: Schlafsäcke, Geschichten und leises Einschlafen
Dann kam die Stunde der Ruhe. Die Kinder bezogen ihre Schlafplätze in der Aula – ein Anblick, der selbst hartgesottene Erwachsene zum Schmunzeln bringt: Dutzende kleine Menschen in bunten Schlafsäcken, aufgeregte Flüsterstimmen, das Rascheln von Kissen.
Eine letzte Geschichte zum Einschlafen – gesprochen mit ruhiger, warmer Stimme – legte sich wie eine Decke über den Raum. Und nach und nach wurden die Stimmen leiser, die Augen schwerer, bis die Aula schließlich im friedlichen Atemrhythmus schlafender Kinder ruhte.
Die Betreuer:innen hielten Wache. Leise, aufmerksam, verlässlich. So, wie man es von ihnen kennt.
🌅 Morgengrauen: Frühstück, Gruppenrufe und der Abschluss
Der nächste Morgen begann früh – und trotzdem mit Energie. Das Frühstücksbuffet ab 7:00 Uhr war ein weiterer Beweis dafür, dass Kinder, wenn sie gut geschlafen haben, zu erstaunlichen Frühaufstehern werden können.
Brötchen, Aufschnitt, Müsli, Saft – alles stand bereit, und auch hier galt: Wer glaubt, Kinder frühstücken nicht richtig, hat noch nicht bei einer Vorlesenacht zugeschaut.
Um 7:45 Uhr versammelten sich alle zum großen Abschluss: Gruppenrufe hallten durch die Aula, der Sieger des Nacht-Quiz wurde feierlich gekürt, und jedes Kind nahm ein persönliches Lesezeichen mit nach Hause – eine kleine, feine Erinnerung an eine ganz besondere Nacht.
Und dann: Eltern, Umarmungen, leuchtende Kinderaugen.


